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Homo futurus – Theater-Trilogie
TransHumanoiden beginnt 2040 im fiktiven Ort Neandertal, wo sich die Familie zu einem Arbeitsessen im firmeneigenen Betrieb trifft – einem Unternehmen, das Gebärmutterapparate entwickelt. Unter den Anwesenden: herkömmliche Menschen, halbfertige Transhumanoiden und ein noch unfertiger Android. Was als Familientreffen beginnt, endet im Zerwürfnis – ohne dass jemand von der Vision des Zukunftsmenschen abrücken würde.
Androiden versetzt die Familie dreissig Jahre später auf den Mond, wo sie inzwischen lebt und forscht. 2070 fliegt sie zur Erde zurück, um für ihre neuen Familienmitglieder – die Androiden – die rechtliche Anerkennung als Person zu erwirken. Ein Anliegen, das auf Luna wie auf der Erde tief umstritten ist und sich während des Fluges zu einem tödlichen Machtkampf zuspitzt. Am Ende setzt sich durch, wer den Androiden Rechtssubjektivität zubilligt.
Morphoiden schliesslich führt die Familie 2100 in die firmeneigene Raumstation. Dort entwickeln die Androiden für ein humanoides Mitglied einen Hirn-Enhancer – ein sogenanntes „Morph". Doch der Versuch gerät ausser Kontrolle: Nicht ein einzelnes Morph entsteht, sondern jedem Familienmitglied wird unwiderruflich ein Morphoide zugeordnet – ein übermächtiger, superintelligenter Attraktor ohne materielles Substrat, der Humanoiden wie Androiden gleichermassen unterwirft. Angesichts dieser Übermacht – und im Wunsch, der Zukunft nicht verloren zu gehen – entscheidet sich die Familie für eine posthumane Existenz jenseits des biologischen Körpers.
Warum dieses Stück, warum jetzt
Das 21. Jahrhundert dürfte eine Ära umfassender Umwälzungen in der roten wie weissen Technologie werden – Umwälzungen, die frühere historische Zäsuren an Tragweite übertreffen könnten. Konflikte sind dabei nicht auszuschliessen, etwa entlang der Kluft zwischen technisch aufgerüsteten, KI-gestützten Gesellschaften und jenen, die – freiwillig oder unfreiwillig – von diesem Fortschritt ausgeschlossen bleiben.
Diese mögliche Zukunft für die Bühne zu bearbeiten, war Anliegen und Herausforderung zugleich. Nach der ersten Fassung von „Homo profectus" (2012) wurde deutlich: Nicht die Medizintechnologie, sondern die Informationstechnologie wird der eigentliche Motor der menschlichen Selbstevolution sein. Aus dieser Einsicht und der Neufassung von „Homo profectus" entstand 2018 die vorliegende Trilogie „Homo futurus" mit ihren drei Teilen: „TransHumanoiden", „Androiden" und „Morphoiden".
Homo futurus, BoD, 2018, ISBN 9783752828290, eBook: ISBN 9783746051673